GoEast-Sommerschule


Umbruchsmomente und Erinnerungskultur in der Ukraine



14. August - 31. August 2019

Lwiw - Charkiw - Kiew





Das Jahr 2019 ist wieder einmal ein spannendes Jahr in der nicht zur Ruhe kommenden Ukraine. Gerade erst ist der bis zu seiner Kandidatur als Komiker bekannte Wolodymyr Selenskyj Präsident geworden, der noch keine Partei im Parlament hat. Wie und wohin er den Staat lenken wird, ist noch unklar. Nur eines ist sicher: Viele Ukrainer und Ukrainerinnen wünschen sich Veränderungen. Hinsichtlich des Blickes auf die eigene Vergangenheit ist hier schon einiges geschehen, wie man an der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg sehen kann. Gerade an diesem Beispiel lässt sich nachvollziehen, wie unterschiedlich diese Zeit gedeutet werden kann, wie am Beispiel von Stefan Bandera deutlich zu erkennen ist. Ebenso zeigen andere Prozesse wie z. B. die Dekommunisierung – also die staatlich initiierte Umbenennung von Straßen, deren Namen mit der Sowjetunion verbunden sind – dass diese nicht automatisch von allen Ukrainerinnen und Ukrainern positiv aufgenommen bzw. explizit gewünscht wird. 

Die Ukraine ist ein zerrissenes Land. Ost und West, Österreich-Ungarn und die Sowjetunion, Lwiw und Charkiw prallen aufeinander. Es geht um mehr als nur um die Sprachenfrage, es geht um eine gemeinsame Vergangenheit. Gibt es sie? 

Folgenden Fragen wollen wir uns stellen: Wie wurden Ereignisse und damit zusammenhängende Transformationsprozesse in den verschiedenen Städten wahrgenommen? Wie hat sich der Umgang mit der eigenen Geschichte in den letzten Jahrzehnten und nach der Unabhängigkeit des Landes entwickelt? Sind Osten und Westen des Landes wirklich so unterschiedlich? Wie unterscheidet sich der Blick auf die Geschichte zwischen Jung und Alt? Wir wollen dies anhand einiger Ereignisse und ihrer Nachwirkungen (Zweiter Weltkrieg und Holocaust, sowjetische Vergangenheit, Tschernobyl, Unabhängigkeit, Euromaidan) erkunden. Wir sprechen mit Wissenschaftlern und Studierenden, mit Journalisten, Aktivisten und Autoren und schauen hinter die Kulissen. Am Ende kommt vielleicht jede/r für sich zu einer Antwort auf die Frage nach der Vergangenheitsbewältigung, vielleicht finden wir eine gemeinsame Antwort, vielleicht aber auch viele verschiedene. Dafür möchten wir mit dieser Sommerschule einen Raum zum gemeinsamen Denken, Fragen stellen und diskutieren geben.


Für die Teilnahme an der Sommerschule werden 4 ECTS-Punkte vergeben!

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